RFID Blocker: Was sie leisten und wovor sie schützen

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RFID Schutzhülle

Jeden Tag werden Nachrichten über geschädigte Verbraucher durch skrupellosen Datenmissbrauch laut. Dies beschränkt sich längst nicht mehr auf Computer- und Internet-Nutzer. Fast jeder von uns hat mindestens eine Karte mit einem NFC oder RFID Chip.

Neue Personalausweise, Kredit- oder Scheck-Karten. Dies sind nur ein paar Beispiele für Chipkarten, welche sensible Daten enthalten. Kartenleser gibt es schon für wenig Geld zu kaufen. Datendiebe müssen sich nur einen besorgen und ihn manipulieren. Doch mit einem RFID Blocker können Sie sich vor Datenklau schützen.

Was ist unter einem RFID Blocker zu verstehen?

Es handelt sich hierbei um eine kleine, dünne Aluminium-Einlage für Geldbörsen, Brieftaschen, Handtaschen usw. Überall wo Sie wichtige Dokumente in Chipkarten Form aufbewahren, kann so ein RFID Blocker sinnvoll sein. Solche Blocker sind in verschiedenen Formen und Varianten erhältlich. Diese werden weiter unten näher vorgestellt.

Die Aufgabe eines RFID Blockers besteht darin, Funkwellen zu blockieren, welche auf der 13,56 MHz Hochfrequenz arbeiten. Da die meisten modernen Kartenleser diesen Frequenzbereich standardmäßig nutzen ist es wichtig, dass dieser Anforderung entsprochen wird.

Es gibt eine aktive- und eine passive Variante. Der Unterschied liegt bei den verschiedenen Blockierungsverfahren.

  • Aktive Blocker senden ein Störsignal aus. Es kann Funksignale in einer hohen Reichweite abschirmen. Doch dieses Verfahren hat einen Haken: Die Störsignale können mit Hilfe einer ausgeklügelten Software von Datendieben geschickt umgangen werden.
  • Passive RFID Blocker blockieren das Funksignal eines Lesegerätes ausschließlich auf physikalischer Basis. Das verwendete Material ist mit einer speziellen Schicht versehen. Diese ist so konzipiert, dass Übergriffe durch Kartenleser zuverlässig verhindert werden können. Somit bieten sie einen effizienten RFID Schutz.

Wie funktioniert RFID?

Einfach erklärt ähnelt die Funktionsweise jener der seit vielen Jahren bekannten und verbreiteten NFC Technologie. Beide arbeiten standardmäßig auf einer Funkfrequenz von 13,56 MHZ. Durch ein Lesegerät wird ein elektromagnetisches Feld aufgebaut und Energie erzeugt. Diese wird auf den auszulesenden Datenträger übertragen.

Beim RFID Verfahren handelt es sich quasi um eine Weiterentwicklung der NFC Technik. Der Unterschied zwischen den Systemen zeigt sich bei der automatisierten, kontaktlosen Kommunikations-Technologie von RFID. Während früher das Auslesen von Infos nur durch Abscannen eines Barcodes möglich war, genügt heute die Nähe eines Terminals, um den Datenaustausch zwischen Transponder und Lesegerät vorzunehmen.

Doch leider hat die Möglichkeit der kontaktlosen Informationsübermittlung auch Nachteile. Der Erfinder dieser Komunikations-Technik hat damit eine große Sicherheitslücke geschaffen. Denn Datendiebe können Sie unbemerkt Ihrer Karten-Daten berauben und sie sich zu Nutze machen. Somit ist RFID für den Verbraucher ebenso gefahrenträchtig wie nützlich.

Welche RFID Blocker gibt es?

Damit für jeden Bedarf das richtige verfügbar ist, hält der Markt viele verschiedene Ausführungen von RFID Blockern bereit. Folgende Varianten sind erhältlich:

1. RFID Schutzhüllen: Praktisch und flexibel

Diese funktionieren mit der passiven Blockierungstechnik und bieten den optimalen Schutz vor Datenklau und Missbrauch. Sie müssen Chip Karten und Ausweise nicht zwingend in einer Geldbörse oder Brieftasche aufbewahren. Besitzen Sie mehrere dieser Schutzhüllen, können all ihre wichtigen Dokumente optimal vor Datenräubern geschützt werden. Empfehlung: Besorgen Sie sich für jedes Ihrer Karten-Dokumente eine eigene RFID Schutzhülle. Nur so können sie optimale Sicherheit gewährleisten.

2. RFID Schutzkarten: Die platzsparende Alternative

Diese benötigen weniger Stauraum als RFID Schutzhüllen. Allerdings eignen sich die Schutzkartten lediglich für die Nutzung als Portemonnaie- oder Brieftaschen-Einlage. Denn bei RFID Karten besteht die Gefahr, dass sie in der Hosen- oder Handtasche verrutschen. In dem Moment ist der Schutz bzw. die Abschirmungseffizienz dahin. Die Inhalte Ihrer Karten und Ausweise sind dann für missbräuchliche Kartenleser zugänglich.

Aktive Blocker-Karten können von Nutzen sein, wenn Sie einen Geldbeutel mit mehreren gestaffelten Fächern besitzen. Schon ein Exemplar genügt, um alle darin befindlichen Dokumente vor Übergriffen durch kriminelle zu schützen. Zwar können sie das Störsignal übergehen, doch die dafür benötigte Software ist sehr kostenintensiv. Eine passive Schutzkarte macht nur Sinn, wenn sich in Ihrer Geldbörse oder Brieftasche keine gestaffelten Fächer befinden.

3. RFID Etuis: Fest und sicher

Mit so einem Etui ist es ausgeschlossen, dass ein Karten-Dokument darin verrutscht. Die Schutzfunktion kann somit nicht beeinträchtigt werden oder verlorengehen.

4. RFID Wallet bzw. Geldbeutel: Alles in einem

Dies sind spezielle Geldbörsen, welche Sie bedenkenlos nutzen können. Dabei müssen Sie keine besondere Anordnung des Inhalts beachten. Es kann nichts verrutschen. Ihre Ausweis- und Checkkarten sind stets sicher aufbewahrt.

5. RFID Bauchtaschen: Die idealen Reisebegleiter

Perfekt zum Verreisen. Ob im Urlaub oder auf Geschäftsreise. Ihre wichtigen Dokumente und Geldkarten sind immer sicher verstaut.

Wo ist das Missbrauchsrisiko am höchsten?

Schlichtweg überall, wo große Menschenansammlungen zu finden sind und sich Gelegenheiten für Ablenkungsmanöver bieten. Überfüllte Busse und Bahnen, Messehallen, Freizeitparks und Urlaubsregionen. Doch als besonders große Gefahrenquellen erweisen sich Einkaufscenter bzw. Kaufhäuser.

Der Datenklau vollzieht sich innerhalb weniger Sekunden. Die Prozedur läuft ähnlich ab wie der Zahlungsvorgang an der Kasse eines Supermarkts. Menschen stehen dicht an dicht. Eine wunderbare Gelegenheit für Diebe, unbemerkt auf Ihre Kartendaten zuzugreifen und Ihr Konto abzuräumen. Ein manipulierter Kartenleser mit der passenden Software reicht aus.

Und so geht die ganze Prozedur vonstatten:

Der Täter positioniert sein Smartphone nahe des auserspähten Opfers. Genau dort, wo er dessen Kreditkarte vermutet. Ist diese nicht geschützt, kann er die Daten abscannen und sie für seine Zwecke missbrauchen. Dafür benötigt er nicht mehr als drei Sekunden. Eine vom missbräuchlichen Lesegerät simulierte Zahlungsaufforderung bewirkt, dass Ihre Scheck- oder Kreditkarte die zur Zahlung notwendige Bankverbindung übermittelt. Für Ihre Bank ist der Betrug in dem Moment nicht erkennbar.

Achtung! Eine Handtasche, die nach hinten von der Schulter hängt mögen die Gauner am liebsten. Deshalb wird dringend empfohlen, Taschen mit wichtigen Dokumenten und Geldkarten stets nah am Körper und in vorderer Position zu haben. Das Beste ist, wenn sich die Handtasche an Ihrer Brust befindet. Eine Bauchtasche ist ebenso sicher. Sie können schnell erkennen, wenn sich Ihnen jemand nähert.

Fazit

Heutzutage kann sich niemand mehr leisten, seine Augen zu verschließen. Der technische Fortschritt hat die Computerkriminalität in fast alle Lebensbereiche gebracht. Deshalb sollte sich jeder in der Öffentlichkeit vor Datendieben schützen. Mit einem oder mehreren RFID Blockern in der Tasche können Sie sich sicher fühlen. Dabei bieten passive Blocker gegenüber den aktiven die besseren Voraussetzungen für einen guten Datenschutz.

Wir berichten hier über verschiedene Themen wie Internet, Technik, Sicherheit, YouTube und vieles mehr. Sollten Sie Fragen zu einem Beitrag haben, können Sie uns gerne kontaktieren.

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